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Pressemeldung vom 30. Juli 2004
(Siegener Zeitung)

CDU protestiert gegen Pläne der Post in Friesenhagen

Versorgung soll weiter in Agentur gewährleistet sein

sz Friesenhagen: In einem offenen Brief an die Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Bonn protestiert der CDU-Ortsverband gegen die Pläne der Post, die Agentur in Friesenhagen zu schließen. Die Brüder Quast als momentane Agentur-Betreiber in ihrem HBS-Markt am Mühlenhof hatten sich bekanntlich geweigert, einen neuen Vertrag zu wesentlich schlechteren Konditionen zu unterschreiben (die SZ berichtete). Ein neuer Betreiber war unter diesen Bedingungen in Friesenhagen bislang nicht zu finden.

Hombach kritisiert „Knebelverträge“

Die Taktik der Post AG sei einfach durchschaubar, so der CDU-Ortsverbandsvorsitzende Herbert Hombach: „Agenturen auf dem flachen Land lässt man verschwinden, da ihre Rentabilität nicht mit der in den Städten vergleichbar ist. Also werden mit sogenannten ‚Knebelverträgen’ die Mieten so weit herab gesetzt, dass ein weiterer Betrieb für den Vermieter nicht mehr tragbar ist. Dieses Vorgehen betrachten wir als skandalös.“ Das Verhalten habe nichts mehr mit dem ursprünglichen Auftrag der Deutschen Bundespost zu tun, die Versorgung solidarisch und flächendeckend sicherzustellen.

Modell der Post „ein Flop“

„Die Post AG hat sich nun Modelle ausgedacht, die vor allem den Briefträger als Post ‚vor Ort’ vorsieht. Angesichts der Tatsache, dass in den meisten Haushalten – Single-Haushalte, Doppelbeschäftigung, usw. – während der Dienstzeiten der Briefträger nicht regelmäßig jemand zu Hause anzutreffen ist, kann dies doch nur als Flop bezeichnet werden“, schreibt die CDU.

Weite Wege werden noch länger

In dem Protestbrief wird auf die besondere Situation des Wildenburger Landes verwiesen. Mit 1850 Einwohnern liege man knapp unter dem Post-Limit von 2000. Die Bürger verteilten sich allerdings auf ein Gebiet, das der Ausdehnung einer Großstadt entspreche. Dies bedeute, dass schon heute an der Peripherie der Gemeinde wohnende Bürger auf ihrem Weg zur jetzigen Agentur bis zu 5 km zurücklegen müssten; zur nächsten Poststelle in Morsbach seien es weitere 8 km. Die bereits erfolgte Demontage von Briefkästen und die reduzierten Leerungen seien weitere Schritte zur Verschlechterung der postalischen Versorgung.

Hombach: „Wenn Stromversorger und die Telekom dem Beispiel der Post AG folgen würden, wäre der größte Teil unserer Gemeinde demnächst ohne Strom und Telefon.“ Der CDU-Ortsverband Friesenhagen bittet dringend darum, die Schließung der Postagentur zum Jahresende 2004 noch einmal zu überprüfen und die besondere Problematik der Flächengemeinde in die Überlegung mit einzubeziehen.

   Brief an die Reg TP vom 26.07.2004 (503 kb)

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